Vorab vererben? Erblasser müssen neu denken (lernen)

Die FAZ veröffentlicht am 30. Dezember 2012 einen interessanten Beitrag: „Testamente führen leicht zu Streit. Meist liegt die Ursache darin, dass sich der Erblasser um klare Entscheidungen drückt. Es gibt zwei Ansätze, um Konflikte unter den Erben zu minimieren.

Foto: Gerd Altmann

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Die Gestaltung des Privatvermögens im hohen Alter ist heikel. Hier geht es nicht mehr um die Anlage, sondern um die Verteilung des Geldes. Das mag sich nach Haarspalterei anhören. Wer jedoch weiß, wo Senioren im Alter von 80 oder 90 Jahren der Schuh drückt, kennt die Situation. Es geht weniger um die Frage, ob die Geldanlagen 2 oder 3 Prozent im Jahr abwerfen, sondern es geht in erster Linie um die Überlegung, wie das Vermögen auf bestimmte Menschen verteilt wird. Wie viel Geld behalten die Senioren für sich, wie viel wird an die Kinder und Enkel verschenkt, wie viel Vermögen wird für eine gute Sache gespendet?

Es gibt zwei Ansätze, um Konflikte unter den Erben zu minimieren. Die Eltern rühren die Geldanlagen, die für die Kinder und Enkel vorgesehen sind, nicht an und bestimmen einen Testamentsvollstrecker, der das Erbe zu gegebener Zeit versilbern und das Bargeld auf die Erben verteilen wird. Oder die Senioren erledigen diese Arbeit selbst. Konkret bedeutet das, dass die unbeweglichen Teile des Vermögens, vor allem die vermieteten Immobilien, verkauft werden. Das mag sich in Zeiten, in denen Geld vorzugsweise in Immobilien fließt, merkwürdig anhören, doch wenn die Kinder das erste Erbe für die Tilgung von Schulden brauchen können, hat die Lösung viel Charme.

Die mit Abstand schlechteste Lösung ist Passivität, denn die hat ihren Preis. Die erste Maßnahme bei der Verwaltung des Vermögens sollte die Überprüfung der Kosten sein. Wenn das Geld einfach und solide angelegt wird, ist kein Verwalter notwendig, der jedes Jahr 1 bis 2 Prozent des Vermögens kostet. Da sind börsengehandelte Indexfonds die günstigere Lösung. Die zweite Maßnahme ist das Testament, wenn der Wille von den Vorgaben des Gesetzes abweicht. Die dritte Maßnahme ist die richtige Aufteilung des Vermögens, und die vierte Maßnahme ist mit hoher Wahrscheinlichkeit die größte Herausforderung. Die Senioren sollten ihre Zeit nicht für die Verwaltung von Geld verschwenden. Dafür sind die letzten Jahre des Lebens zu kostbar!“
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